Im Schatten der Päpste

Christa Langen-Peduto, Aldo Parmeggiani, Erzbischof georg Gänswein, Josef Albert Slominski Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl)

Spätestens seit dem genialen Künstler Caravaggio wissen wir, dass nicht nur die Szenen interessant sind, die vom Licht bestrahlt werden. Auch der Schatten birgt interessante Details.

Aus dem Dunkel der Geschichte und aus der Unschärfe des Randes hebt das Buch ‚Im Schatten der Päpste‘ der Autorin Christa Langen-Peduto und des Fotografen Josef A. Slominski die Sekretäre der Päpste der letzten fast 70 Jahre. Spannend und kenntnisreich hat der vieljährige Journalist und Chronist der Katholischen Kirche, Aldo Parmeggiani, seines Zeichens auch ‚camerlengo‘ der Erzbruderschaft zur schmerzhaften Muttergottes am Campo Santo, vor raumfüllendem Publikum das Werk präsentiert. Er hat Türen geöffnet, damit der neugierig gemachte Zuhörer mit dem Buch in der Hand den Weg in die Geschichte geht; selbst nachliest, sich selbst anhand der Fotos ein Bild macht von den charakterlich wie inhaltlich so unterschiedlichen Papstsekretären. Die Spannbreite ist gewaltig allein schon, was die Zeit angeht: von 33 Tagen bis fast 40 Jahren gehen die gemeinsamen Wege von ‚Herr‘ und ‚Knecht‘. Von einem gibt es kein Foto – auch im Buch findet sich nur eine Portraitskizze von P. Robert Leiber SJ. Von anderen kennen wir Interviews aus TV, Zeitung und Magazinen. Eine bunte Mischung an Persönlichkeiten in völlig unterschiedlichen zeitgeschichtlichen Kontexten begegnet uns. Zusammengehalten durch den Fotografen. Zusammengehalten durch den immer gleichen Schatten: den Schatten, den ein Papst im Vordergrund und im Scheinwerferlicht der Öffentlichkeit wirft.

Im Schatten der Päpste Bild vergrößern (© Benno Verlag)

Das Publikum der Matinee dankte der gelungenen Präsentation mit langem Applaus. Die Autorin dankte dem St. Benno Verlag in Leipzig für die schöne Gestaltung des Bandes. Der Fotograf gab noch einige Blitzlichter frei auf Anekdoten seiner päpstlichen Begegnungen und ein selbst betroffener, Erzbischof Georg Gänswein, Sekretär von Papst emeritus Benedikt und Präfekt des Päpstlichen Hauses, machte in seinem Schlusswort darauf aufmerksam, dass factum und fictum nicht nur rein phonetisch nahe beieinanderliegen, sondern dass die Spannung zwischen den beiden Größen den Spaß am Lesen erhöhen. Seine Anregung war eindeutig: wer vermag, der solle doch zwischen den Zeilen lesen…

Botschafterin Annette Schavan konnte vor vollem Haus zu dieser rundum gelungenen Veranstaltung begrüßen und nicht nur zu anschließenden Gesprächen einladen, sondern auch dazu, der Anregung des Buches zu folgen und den Scheinwerferkegel einmal etwas aus dem Zentrum zu schieben und sich durch die Akteure der zweiten Reihe durch Kirchen- und Zeitgeschichte führen zu lassen.