Kindeswürde in der Digitalen Welt schützen

Child Dignity in the World Bild vergrößern (© PUG)

Unter dem Titel „Child dignity in the digital world“ („Kindeswürde in der digitalen Welt“) diskutierten 140 Referenten aus aller Welt vom 3. bis zum 6. Oktober in Rom, wie man minderjährige Internetnutzer vor Gewalt und Missbrauch im Internet schützen kann.

Der Kongress ist die erste weltweite Tagung dieser Art. Um sexuelle Ausbeutung, Sexting, Cyberbullying und andere Probleme präventiv zu bekämpfen sollten Schutzbehörden, Kirchen und Nichtregierungsorganisationen sich austauschen und zusammenarbeiten, so der jesuitische Psychologe und Leiter des Kinderschutzzentrums an der Gregoriana, Pater Professor Hans Zollner SJ, bei der Vorstellung des Programms. Neben verschiedenen Kirchenvertretern haben auch Vertreter der Vereinten Nationen, Akademiker, sowie Mitarbeiter von Sozialen Medienplattformen und Interpol gesprochen.

Zur Eröffnung des Kongresses betonte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, dass für die mit dem Internet aufwachsende Post-Millennium-Generation die virtuelle Welt ebenso allgegenwärtig wie die reale ist. Vermehrt träten daher alte Gefahren in neuer Form auf. Auch das Thema des sexuellen Missbrauchs rücke dabei wieder in den Vordergrund. Besonders in den „Peripherien“ der Welt seien Minderjährige diesen Risiken ausgesetzt. 

Von Seiten der Bundesregierung war die Staatssekretärin des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, Cornelia Quennet-Thielen, angereist, um die politischen Bemühungen Deutschlands bei der Bekämpfung von Kindesmissbrauch vorzustellen. Quennet-Thielen rief in ihrem Vortrag dazu auf, Institutionen stärker in die Verantwortung zu nehmen und dazu befähigen, die ihnen anvertrauten Kinder zu schützen. Zudem müsse Gewalt gegen Kinder stärker zur Sprache gebracht werden und als politische und gesellschaftliche Herausforderung angenommen werden.

Abschließend fand eine Audienz bei Papst Franziskus statt, während der die Kongressteilnehmer ihre Abschlusserklärung vorlegten. In seiner Ansprache an die Kongressteilnehmer betonte der Papst, dass die Anerkennung und Verteidigung der Würde des Menschen die Basis einer jeden richtigen sozialen und politischen Ordnung ist. Im Anschluss der Rede von Papst Franziskus gab es ein persönliches Zusammentreffen mit jedem einzelnen Konferenzteilnehmer und Papst Franziskus. Dies war einmal mehr ein Zeichen dafür, wie sehr dem Papst dieses Thema am Herzen liegt.

Empfang in der Botschaft am 4.10.17 Bild vergrößern (© Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl)